Die Martin-Buber-Schule – „Das sind wir“

Der offene Weg

In kaum einem anderen europäischen Land werden Kinder bereits im 5. Schuljahr in verschiedenen Schulformen eingeteilt. Das hat gute Gründe: Die weitere Entwicklung lässt sich nicht verlässlich voraussehen, die Gefahr von Fehlentscheidungen ist groß, statt Chancen zu eröffnen werden Bildungsbarrieren errichtet. Deshalb bietet die MBS den „offenen Weg der Schullaufbahn“. Schülerinnen und Schüler werden nicht sortiert, sondern gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Schrittweise, mit zunehmender Selbständigkeit und Reife, werden sie in einen Teil der Fächer in einem System von Grund- bzw. Erweiterungskursen entsprechend ihren Lernvoraussetzungen gefördert, immer wieder korrigierbar, die Eltern entscheiden mit. Erst im 9. bzw. 10. Schuljahr fällt die Entscheidung über den Schulabschluss. Erreichbar sind die Versetzung in die Gymnasiale Oberstufe, der Realschul- und der Hauptschulabschluss.

Auch eine Alternative zum Gymnasium

Unsere Schule bietet damit ebenfalls den gymnasialen Bildungsgang, allerdings nicht in Form des verkürzten G8. Über 40 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler erhalten nach dem 10. Schuljahr das Versetzungszeugnis in die Gymnasiale Oberstufe mit dem Ziel Abitur oder die Fachoberschule mit dem Ziel der fachgebundenen Hochschulreife. An der MBS haben sie sechs Jahre Zeit, um sich darauf vorzubereiten. Über ein differenziertes System des Forderns und Förderns erreichen nicht wenige dieses Ziel, bei denen in Klasse 4 die Eignung noch nicht gegeben war.

Freude am Lernen

Kinder haben eine natürliche Neugierde, Freude am Entdecken, Lust zum Experimentieren. Diese Lernfreude ist die Basis für Lernerfolg, sie zu erhalten und darauf aufzubauen ist Ziel unserer Schule. Dazu dienen eine enge Kooperation mit den Grundschulen und ein nahtloser Übergang nach Klasse 4, abwechslungsreicher, interessanter Unterricht, moderne Unterrichtsformen und Projektphasen, Fordern, aber nicht überfordern, und ein insgesamt lebendiges Schulleben.

Selbständiges Lernen

Unsere Aufgabe erschöpft sich nicht in der Vermittlung von Wissen. Immer wichtiger wird die Erziehung zu Selbständigkeit, die Befähigung sich eigenständig Wissen anzueignen und dies auch präsentieren zu können. Dazu gibt es im Jahrgang 5 und 6 in intensiven Methodentraining in Lele („Lernen lernen“), das Fach „Informatik“ in Jahrgang 6 und 8, Fachreferate ab der Jahrgangsstufe 7 als Vorbereitung auf die Projekt -und Präsentationsprüfung. Neu ist das Projekt „Selbständig organisiertes Lernen“ (SoL) in den Klassen 5 bis 7.

Profilklassen

In jedem Jahrgang, der in der MBS startet, gibt es zwei Profilklassen: die Bläserklasse und die Sportklasse. Besondere Voraussetzungen sind nicht erforderlich, allerdings sollten die Kinder Interesse und ein bestimmtes Maß an Musikalität bzw. Sportlichkeit mitbringen. Natürlich bildet das gewählte Fach einen besonderen Schwerpunkt, auch mit mehr Stunden. Nach Klasse 6 musizieren Schülerinnen und Schüler im Schulorchester weiter, Mitglieder der Sportklassen nehmen auch weiter verpflichtend an Sport-AGs ihrer Wahl teil. Unsere Bläser- und Sportklassen vertreten die Schule bei öffentlichen Veranstaltungen und Sportwettkämpfen.

Berufsorientierung

Die Vorbereitung auf die Berufswahl bzw. auf den Übergang in weiterführende Schulen nimmt spätestens ab Jahrgang 8 einen hohen Stellenwert ein. In der 8. Klasse erhalten alle Schülerinnen und Schüler die Adrima-Mappe und den Berufswahlpass ausgehändigt. Dort werden alle Dokumente und Zertifikate gesammelt bzw. vermerkt, mit denen die Jugendlichen ihre Aktivitäten zur Berufswahlvorbereitung für spätere Bewerbungen nachweisen. Dazu gehören die beiden Praktika in Klasse 8 bzw. 9, die Teilnahme am Girl‘s und Boy‘s Day, am Berufe-Parcours, am Bewerbungstraining, an Ausbildungsmessen und so weiter. Seit mehreren Jahren gibt es die Hamet-AG zur Testung und zum Training beruflicher Fähigkeiten und den Geva-Test zur beruflichen Orientierung.

Offene Ganztagsschule

Ganzheitliches Lernen und ein lebendiges Schulleben lässt sich in einer Halbtagsschule nicht verwirklichen. Deshalb ist die MBS Ganztagsschule mit offener Konzeption (Profil II) und täglichem Angebot ab 7:35 Uhr (offener Anfang). Unterricht ist in der Regel nur an einem Nachmittag in der Woche, aber es gibt täglich verlässliche Nachmittagsangebote bis 16:15 Uhr auf freiwilliger Basis: Hausaufgabenhilfe, Aktive Mittagspause, AGs und Servicegruppen und gehören dazu. Es entlastet viele Familien, wenn verlässliche Nachmittagsangebote in der Schule bestehen und wenn Hausaufgaben weitgehend unter Hilfestellung in der Schule erledigt werden können.

Höflichkeit und Fairness

Wertschätzung ist ein Begriff, der für unsere Schule prägend ist. Wertschätzung, Achtung und Respekt, darum bemühen wir uns gegenüber unseren Schülerinnen und Schülern, und das erwarten wir auch gegenüber Lehrkräften. Besucher sprechen uns immer wieder darauf an, wie höflich und freundlich unsere Schülerinnen und Schüler sind. Dabei unterstützt uns die Schulsozialarbeit, dabei helfen uns das soziale Lernen in Klassenstunden und eigenen Projekttagen, die ausgebildeten Streitschlichter und Busbegleiter. Natürlich gibt es auch bei uns Kinder und Jugendliche, die ihre Grenzen austesten. Aber dazu gibt es eindeutige und gemeinsam vereinbarte Regeln, auf deren Einhaltung wir konsequent bestehen. Wenn nötig, werden Grenzen gesetzt. Es ist wichtig, dass jedes Mitglied der Schulgemeinde fair und freundlich behandelt wird, dass es ohne Angst und gern in die Schule kommt und sich anerkannt fühlt.

Philipp Stannarius, Schulleiter, verwaltung@mbs-gg.de
Zugang zur Schule